{"id":537,"date":"2014-12-22T15:54:12","date_gmt":"2014-12-22T13:54:12","guid":{"rendered":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=537"},"modified":"2021-12-18T20:05:54","modified_gmt":"2021-12-18T18:05:54","slug":"pegida-wie-alles-begann-saechsische-zeitung-seite-3-22-12-2014","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=537","title":{"rendered":"\u201ePegida \u2013 wie alles begann\u201c, S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 22.12.2014"},"content":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 22.12.2014<\/p>\n<h1>Pegida &#8211; wie alles begann<\/h1>\n<h4>Ohne Facebook und ohne Kontakte in die Sport- und Partyszene h\u00e4tten Lutz Bachmann und seine Freunde es kaum geschafft, die Massen zu bewegen. Auch die Dresdner FDP spielt eine Rolle.<\/h4>\n<p>Von Ulrich Wolf, Alexander Schneider und Tobias Wolf<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2014-12-22-Pegida-Seite3-DD.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-538\" src=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2014-12-22-Pegida-Seite3-DD-150x150.jpg\" alt=\"2014-12-22-Pegida-Seite3-DD\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2014-12-22-Pegida-Seite3-DD-150x150.jpg 150w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2014-12-22-Pegida-Seite3-DD-160x160.jpg 160w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2014-12-22-Pegida-Seite3-DD-240x240.jpg 240w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2014-12-22-Pegida-Seite3-DD-60x60.jpg 60w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2014-12-22-Pegida-Seite3-DD-184x184.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Das Wetter ist herrlich an diesem fr\u00fchen Abend, als Lutz Bachmann durch die Dresdner Innenstadt spaziert. Fast wolkenloser Himmel, tags\u00fcber waren es \u00fcber 20 Grad und das am 10. Oktober. Die Welt h\u00e4tte so sch\u00f6n sein k\u00f6nnen, w\u00e4re da nicht dieser Krach in der Prager Stra\u00dfe gewesen. Eine Frau mit schriller Stimme schreit in ein Megafon, fordert Waffenlieferungen f\u00fcr die kurdische PKK im Kampf gegen islamische Terroristen. Rote Fahnen wehen, Trillerpfeifen trillern. Bachmann filmt die Szenerie mit dem Handy. Es sind die Geburtsminuten der Pegida-Bewegung.<\/p>\n<p>Wochen sp\u00e4ter wird Lutz Bachmann dem Fernsehableger des rechtskonservativen Blattes Junge Freiheit ein Interview geben. Auf die Frage, wann denn alles begann, wird der 41-J\u00e4hrige auf eben diese Demonstration verweisen: &#8222;Da haben 2 000 Menschen, so sch\u00e4tze ich, f\u00fcr Waffenlieferungen an die PKK demonstriert, also an eine verfassungsfeindliche terroristische Organisation.&#8220; Zwar hatte die Polizei nur 350 Teilnehmer gez\u00e4hlt, Bachmann aber trommelte einige Freunde in ein griechisches Restaurant zusammen, um zu \u00fcberlegen, was man tun k\u00f6nne gegen die Islamisierung. &#8222;Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, \u00fcber Facebook dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren.&#8220;<\/p>\n<p>Facebook ist wichtig. Ohne dieses soziale Netzwerk w\u00e4re der rasante Erfolg von Pegida nicht m\u00f6glich gewesen. Und Freunde. Auch die sind wichtig. Die auf Facebook, klar, aber auch die im realen Leben. &#8222;90 Prozent ist engster Freundeskreis&#8220;, sagte Bachmann dem Fernsehteam der Jungen Freiheit auf die Frage, wer zum Organisationsteam der Pegida geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Seine Frau Vicky geh\u00f6rt dazu, 31, wie ihr Mann in der Werbebranche unterwegs, erfolgreiche Halbprofi-T\u00e4nzerin, eng befreundet mit einer erfolgreichen Friseurin, die im Freitaler Stadtrat sitzt.<\/p>\n<p>Thomas Hiemann, 44, zweifacher Familienvater, Mitglied des Eishockeyfanclubs &#8222;Goldkufen&#8220;, der in der Nordkurve des Dresdner Bundesligateams Eisl\u00f6wen Stimmung macht. Dort rufen ihn alle nur &#8222;Hiem\u00e4nnel&#8220;.<\/p>\n<p>Ingo Friedemann, 46, ein Moritzburger. Er war bis zum M\u00e4rz dieses Jahres Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des t\u00fcrkischen Bads &#8222;Der kleine Muck&#8220;, versehen mit Ornamenten und Symbolen aus dem Morgenland. Er arbeitete schon mit der Dresdner Marketinggesellschaft zusammen, war Vorstand im \u00f6rtlichen Sportf\u00f6rderverein. Vor einem Dreivierteljahr erstickte das Dampfbad in der Pleite, seitdem schl\u00e4gt sich Friedemann als Ein-Mann-Dienstleister mit Hausmeister-Jobs und Gastronomiebetreuung durch.<\/p>\n<p>Ren\u00e9 Jahn, 49, ein Dresdner, der gemeinsam mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin einen Hausmeisterservice f\u00fchrt. Von der Polytechnischen Oberschule ging es \u00fcber die Betriebsberufsschule des VEB Edelstahlwerk in Freital zur Unteroffiziersschule der Nationalen Volksarmee im vorpommerischen Eggesin. In einem Portr\u00e4t \u00fcber ausw\u00e4rtige Fans des Eishockeyclubs Eisb\u00e4ren schreibt der Berliner Tagesspiegel \u00fcber Jahn: &#8222;Als Soldat war er zu DDR-Zeiten in Berlin, schon 1987 war er im Sportforum bei Spielen des Vorg\u00e4ngerclubs Dynamo zu Gast.&#8220; Er, Jahn, glaube, &#8222;dass das Ostding eine Rolle spielt, das ist Kult&#8220;.<\/p>\n<p>Kathrin Oertel, 36, ging wie Lutz Bachmann in Coswig zur Schule. Der Bild-Zeitung sagte sie, sie sei Wirtschaftsberaterin und dreifache Mutter.<\/p>\n<p>F\u00fcnf an und f\u00fcr sich apolitische Bachmann-Freunde, mitten aus dem Leben, mit mehr oder minder gro\u00dfen Schwierigkeiten zurechtzukommen im Alltag. Mitnichten klassische Neonazis. Was sie bisher einte &#8211; so ist ihren Internetbotschaften zu entnehmen -, ist die Lust auf Spa\u00df in der Dresdner Partyszene und die Begeisterung f\u00fcr Sport. Jetzt organisieren sie gemeinsam den Stra\u00dfenprotest mit dem Ziel, vor der drohenden Islamisierung zu warnen. Man sei dann aufgefordert worden, mal Pr\u00e4senz zu zeigen, sagte Bachmann der Jungen Freiheit. Von wem, sagt er nicht. Wie in der Partyszene \u00fcblich, verabredete man sich auch auf Facebook: &#8222;Wir wollen gemeinsam auf die Stra\u00dfe gehen, um gegen die Glaubens- und Stellvertreterkriege zu demonstrieren, die Zug um Zug auf unseren friedlichen deutschen Boden gebracht werden&#8220;, hei\u00dft es da. Man treffe sich am 20. Oktober, kurz vor 18 Uhr an der Frauenkirche. &#8222;Von da startet unsere Demo.&#8220; Gut die H\u00e4lfte der letztendlich 350 Teilnehmer meldete sich auf Facebook an.<\/p>\n<p>Das Schmuddel-Image, das Pegida anhaftet, es hat auch mit dieser ersten Demo zu tun. So sagte ein Mann zu, der bereits einige der gro\u00dfen Nazi-Proteste rund um 13. Februar in Dresden organisiert hatte. Ein anderer unterst\u00fctzte \u00f6ffentlich die von Rechtsextremen organisierten &#8222;Lichtell\u00e4ufe&#8220; in Schneeberg. Auch ein ehemaliger NPD-Landtagsabgeordneter findet sich in der Liste, gewaltbereite Hardcore-Fans von Dynamo Dresden sind ebenfalls darunter. Auch Tom B., der Anmelder des &#8222;Pegida-Weihnachtlieder-Singen&#8220; am heutigen Montag vor der Semperoper, war dabei: ein muskelbepackter Mann, der die Verpflichtung des algerischen St\u00fcrmers Mohamed Amine Aoudia durch Dynamo Dresden im Internet mit dem Satz kommentierte: &#8222;Der Waffenh\u00e4ndler ist da!!&#8220;<\/p>\n<p>Allerdings steht auf der Liste auch ein Mitarbeiter eines gro\u00dfen Dresdner Chip-Produzenten, der Inhaber eines der teuersten italienischen Restaurants in Dresden, ein stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD. Vorstandsmitglieder kleinerer Fu\u00dfballvereine sind dabei und sogar ein ehemaliger Fanprojekt-Leiter, der mit dem Antirassismus-Preis des Deutschen Fu\u00dfballbundes ausgezeichnet worden war, sp\u00e4ter aber seinen Job wegen allzu rechtsextremer \u00c4u\u00dferungen wieder abgeben musste. Viele kennen sich aus ihrer Zeit auf Beruflichen Schulzentren, feiern regelm\u00e4\u00dfig im &#8222;Kraftwerk Mitte&#8220;, sind G\u00e4ste auf Veranstaltungen wie &#8222;Disco Total&#8220; oder &#8222;Thekenschlampenparty&#8220;. Spa\u00df und Sport stehen im Vordergrund, zwei Szenen, die \u00fcbers Internet tausendfache Kontakte erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Eine besondere Schnittmenge bildet das Radebeuler Football-Team Suburbian Foxes. Der Sponsor der Mannschaft, ein Gastwirt, sagt, Lutz Bachmann sei zwar mal sein Freund gewesen, dann aber habe es &#8222;einen Vorfall&#8220; gegeben, &#8222;seitdem sind wir getrennt&#8220;. Mit Pegida habe er &#8222;nichts am Hut&#8220;.<\/p>\n<p>Der Suburbian-Verteidiger mit der R\u00fcckennummer 64 hingegen schon: Siegfried D\u00e4britz, 39, geh\u00f6rt zum harten Kern von Pegida. Er k\u00fcmmert sich laut Bild bei den Demos mit um die Ordner. &#8222;Secty&#8220;, wie er sich auch nennt, war bei Bachmanns standesamtlicher Hochzeit dabei, ist Motorrad freak und kandidierte 2009 als Stadtrat f\u00fcr die FDP. Nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft hat er ein &#8222;abgeschlossenes Strafverfahren&#8220; hinter sich gebracht.<\/p>\n<p>Die Suche nach der Welt des Siegfried D\u00e4britz f\u00fchrt nach Mei\u00dfen. Nahe dem Weihnachtsmarkt liegt die Pension &#8222;Altstadtherberge&#8220;, die er gemeinsam mit seinen Eltern f\u00fchrt. Sein Vater, ein integrer Mann, der lange f\u00fcr die FDP im Stadtrat sa\u00df und im Fasching Talent als B\u00fcttenredner bewies, will nicht sprechen \u00fcber Pegida und das Engagement seines Sohns. Die Haust\u00fcr knallt er schnell wieder zu.<\/p>\n<p>Auch der zweite Mei\u00dfner aus dem Pegida-Organisationsteam, Thomas Tallacker, mag die Suburbian Foxes. Der 46 Jahre alte Innenausstatter sa\u00df f\u00fcr die CDU im Stadtrat. Bereits vor einem Jahr begann ein Parteiausschlussverfahren, weil Tallacker auf Facebook Dampf ablie\u00df und S\u00e4tze wie &#8222;als deutscher brauchst ein Visum wenn du ins Freibad willst &#8230;&#8220; schrieb. Die NPD bot ihm einen Parteiwechsel an. Seit einem schweren Motorradunfall Tallackers ruht das Ausschlussverfahren. Im September hatte das Dresdner Amtsgericht den bis dahin unbescholtenen Mei\u00dfner wegen K\u00f6rperverletzung zu einer Haftstrafe auf Bew\u00e4hrung verurteilt. Es war ein handgreiflicher Streit in der Baubranche, es ging ums Geld.<\/p>\n<p>Trockenbauer, Monteure, Fliesenleger. Versicherungsvertreter und Finanzvertriebler. Fu\u00dfballfans, Discohelden, Auto- und Motorradfreaks. Friseurinnen, Kosmetikerinnen, Tattoo- und Nagelstudiokunden. Mitl\u00e4ufer aus der Nazi-Szene, ein paar versprengte AfD-ler. Das war die \u00fcberwiegende Klientel jener rund 900 Menschen, die auf der dritten Pegida-Demo am 3. November mitliefen.<\/p>\n<p>Danach muss etwas passiert sein. Der vierte Spaziergang lockte mit 2 000 Teilnehmern mehr Leute an als alle drei Protestm\u00e4rsche zuvor.<\/p>\n<p>Lag das an dem, was sich am 6. November im Raum &#8222;Adagio&#8220; des Hotels Holiday Inn in Dresden abspielte? Die FDP-nahe Wilhelm-K\u00fclz-Stiftung hatte zu einer Lesung geladen. Gast war der deutsch-t\u00fcrkische Autor Akif Pirin\u00e7ci, der in seinem Buch &#8222;Deutschland von Sinnen&#8220; abrechnet mit Gutmenschen und vaterlosen Gesellen, die von Familie und Heimat nichts wissen wollten, mit einer verwirrten \u00d6ffentlichkeit, die jede sexuelle Abseitigkeit verg\u00f6ttere, mit Feminismus und Gender Mainstreaming, mit dem sich angeblich immer aggressiver ausbreitenden Islam und seinen deutschen Unterst\u00fctzern. Pirin\u00e7ci ist eine Art Thilo Sarrazin mit Migrationshintergrund. Unter den G\u00e4sten ist an jenem Abend auch Pegida-Mann D\u00e4britz. Auf seiner Facebook-Seite war vor wenigen Tagen noch ein Foto platziert: Bekleidet mit schwarzem T-Shirt, auf dem die Aufschrift &#8222;Gutmensch&#8220; durchgestrichen ist, h\u00e4lt D\u00e4britz Pirin\u00e7cis Buch hoch.<\/p>\n<p>Auch einige lokale FDP-Politiker applaudierten eifrig dem Provokateur. Sie lassen ihn geifern: &#8222;In Deutschland k\u00f6nnen nur noch Behinderte Politiker werden.&#8220; Eigent\u00fcmer des Hotels ist der ehemalige Stadtchef der Dresdner FDP und heutige Tourismusverbandsvorsitzende Johannes Lohmeyer.<\/p>\n<p>Im Video der Jungen Freiheit sagt Pegida-Erfinder Bachmann weiter, au\u00dfer dem engsten Freundeskreis geh\u00f6rten zum Organisationsteam &#8222;auch bekannte Pers\u00f6nlichkeiten aus Dresden, weswegen wir gerade so einen Zulauf aus der b\u00fcrgerlichen Mitte haben.&#8220; Etwa aus der FDP? Der Einzige, der sich aus der Partei bislang offen zu Bachmann bekennt, ist Ex-Stadtrat Burkhard Vester. Er best\u00e4tigt, dass Bachmann f\u00fcr sein Unternehmen, eine gro\u00dfe Reinigungsfirma, Werbung gemacht hat, &#8222;ordentlich und kreativ&#8220;. Die Inhalte der Pegida-Bewegung h\u00e4lt Vester f\u00fcr &#8222;richtig und sinnvoll&#8220;. Deutschland habe keine vern\u00fcnftige Asylpolitik, und Bachmann &#8222;r\u00fcttelt das Bewusstsein daf\u00fcr wach&#8220;.<\/p>\n<p>Dass der gelernte Koch und sp\u00e4tere Werbedesigner bei den Liberalen zumindest nicht durchweg auf Antipathien st\u00f6\u00dft, zeigt auch eine Diskussion auf der Facebook-Seite der Dresdner FDP Anfang Dezember. Pegida mobilisiert zu dieser Zeit bereits Tausende Menschen. Als in dem Chat der fr\u00fchere Parlamentarische Staatssekret\u00e4r im Bundesverkehrsministerium, Jan M\u00fccke, die Integrit\u00e4t Bachmanns wegen dessen Vorstrafen infrage stellt, kontert Tourismuschef Lohmeyer: &#8222;Ach ja, jemandem nach Verb\u00fc\u00dfen seiner Strafe gebetsm\u00fchlenartig seine kriminelle Vergangenheit vorzuhalten, sollten sich Mitglieder einer Partei verkneifen, die \u00fcber viele Jahre einen verurteilten Steuerhinterzieher als Bundes- und Ehrenvorsitzenden hatte.&#8220; Auf SZ-Nachfrage r\u00e4umt Lohmeyer zwar ein, Bachmanns Vergangenheit sei kein Ruhmesblatt. &#8222;Aber das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.&#8220; Solange die Bewegung sich an die Gesetze halte, &#8222;sollte es m\u00f6glich sein, Meinungen auszuhalten, die einem selber nicht passen&#8220;.<\/p>\n<p>In die FDP-Diskussion mischt sich auch der Leiter einer Generalagentur der N\u00fcrnberger Versicherung in Dresden ein. Er duzt Bachmann sogar. &#8222;Das wollen die Gutmenschen doch gar nicht mehr wissen Lutz. . . . dir auf den Kopf haun . . . darum geht&#8217;s doch in Wirklichkeit.&#8220; Schlie\u00dflich greift der Policenspezialist Jan M\u00fccke frontal an: &#8222;Sie sind die einzige Schande. &#8230; nicht Pegida oder Herr Bachmann.&#8220; Danach am Telefon befragt, sagt der Versicherungsvertreter nur: &#8222;Ihr verdreht doch eh alles. Einen sch\u00f6nen Tag noch.&#8220;<\/p>\n<p>Der Mann ist auf Facebook mit Vicky und Lutz Bachmann, mit Siegfried D\u00e4britz und 209 weiteren Personen befreundet, die wiederum Tausende Freunde haben. So rollt die Pegida-Lawine durchs Netz und durchs ganze Land, durch alle Schichten. Fast 76 000 Menschen haben inzwischen ihre Sympathien bekundet. Die Gr\u00fcnen hat Pegida damit l\u00e4ngst \u00fcberholt, bis zur SPD fehlt nicht mehr viel.<\/p>\n<p>Lutz Bachmann fand die Facebook-Diskussion der Liberalen so interessant, dass er sich einloggte und FDP-Stadtrat Jens Genschmar, Direktor des Dresdner Fu\u00dfballmuseums ist, darum bat, &#8222;dieses grandiose Beispiel f\u00fcr den bedauerlichen Untergang der FDP&#8220; zu ver\u00f6ffentlichen.&#8220; Er habe zu diesem Zweck Screenshots gefertigt, &#8222;welche morgen thematisiert werden. Danke.&#8220; Genschmar wollte sich dazu auf SZ-Anfrage nicht \u00e4u\u00dfern, wies aber Ger\u00fcchte, Pegida-nah zu sein, explizit zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dieses &#8222;morgen&#8220;, das war der 8. Dezember. Rund 10 000 Menschen str\u00f6mten an jenem Tag zur Pegida-Kundgebung. Berauscht vom Erfolg, gingen Bachmann, seine Frau und sein Freund Ingo Friedemann anschlie\u00dfend ein wenig feiern. Ins Milieu, dahin wo alles begann. In den Dunstkreis, in dem die ersten Pegida-Fans gewonnen wurden: Es ging ins &#8222;Klax&#8220;, Dresdens \u00e4lteste Stripteasebar.<\/p>\n<p>Mitarbeit: Peter Redlich und Andrea Schawe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 22.12.2014 Pegida &#8211; wie alles begann Ohne Facebook und ohne Kontakte in die Sport- und Partyszene h\u00e4tten Lutz Bachmann und seine Freunde es kaum geschafft, die Massen zu bewegen. Auch die Dresdner FDP spielt eine Rolle. 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