{"id":548,"date":"2017-04-18T16:15:05","date_gmt":"2017-04-18T14:15:05","guid":{"rendered":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=548"},"modified":"2021-12-18T20:23:58","modified_gmt":"2021-12-18T18:23:58","slug":"wenn-die-seele-stirbt-saechsische-zeitung-seite-3-18-04-2017","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=548","title":{"rendered":"\u201eWenn die Seele stirbt\u201c &#8211; Ein Afghanistan-Veteran k\u00e4mpft mit seinen Traumata, S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 18.04.2017"},"content":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 18.04.2017<\/p>\n<h1>Wenn die Seele stirbt<\/h1>\n<h4>Dreimal war Sandro Strack mit der Bundeswehr in Afghanistan. Dass ihn das traumatisiert hat, wollte sich der Bautzner lange nicht eingestehen.<\/h4>\n<p>Von Tobias Wolf<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-549\" src=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan-150x150.jpg\" alt=\"2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan-150x150.jpg 150w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan-160x160.jpg 160w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan-240x240.jpg 240w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan-60x60.jpg 60w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-04-18-WenndieSeelestirbtAfghanistan-184x184.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Als der Fotoblitz aufleuchtet, zuckt Sandro Strack zusammen. Noch Sekunden starrt er mit weit ge\u00f6ffneten Pupillen in das dunkle Geh\u00e4use. Dann springt der Blick zur Lampe \u00fcber dem Tisch. Verharrt, als versteckt sich hinter dem warmen gelben Licht mehr, als Augen sehen k\u00f6nnen. Eine fremde und gef\u00e4hrliche Welt, die hierzulande nicht viele kennen, die aber das Leben des heute 34-J\u00e4hrigen bis heute beeinflusst. Er hat sie gesehen, geh\u00f6rt und gerochen. Als Soldat in Afghanistan. Seither erschrickt er bei jedem Blitzlicht oder Knall, auch wenn es nur geplatzte Reifen oder Silvesterknaller sind. &#8222;Das klingt nach Sch\u00fcssen, nach Explosionen, nach Lebensgefahr.&#8220; Wenn auf dem Grill Steaks brutzeln, denkt Strack an verbranntes Menschenfleisch. Es sind Eindr\u00fccke eines Krieges, den in Deutschland lange keiner so nennen wollte. Dreimal war der Bautzner am Hindukusch. Erst viel sp\u00e4ter ist klar, dass er davon krank geworden ist, ein Trauma davongetragen hat.<\/p>\n<p>Der Fotoblitz zerrt ihn f\u00fcr Sekunden zur\u00fcck nach Kabul. Dabei sitzt er gerade an einem vertrauten Ort. Die Lampe h\u00e4ngt im Bautzner Restaurant &#8222;Zum Haseneck&#8220;. Hier hat er einst seine Kochlehre gemacht. Von hier aus sollte es in die gro\u00dfe weite Welt hinausgehen &#8211; als Koch auf einem Kreuzfahrtschiff. Hinaus ging es, nur anders als gedacht. In Sandro Stracks Gesicht haben sich Furchen gegraben, die Augen scannen immer wieder den Raum, die Eingangst\u00fcr. Immer alles im Blick haben. Die H\u00e4nde fassen ineinander, l\u00f6sen sich. Immer wieder. Ein junger Mann, der ernster zu sein scheint als viele Altersgenossen.<\/p>\n<p>Es ist der 8. September 2006, als Sandro Strack einen Fuchs-Panzer steuert. \u00dcber den Highway rollt der kleine deutsche Konvoi vom St\u00fctzpunkt Camp Warehouse beim Flughafen ins Zentrum von Kabul. Im Isaf-Hauptquartier soll die Truppe neue Frequenzen f\u00fcr den Funkverkehr zugeteilt bekommen. Die M\u00e4nner sind sp\u00e4t dran, weil Strack seinen Gl\u00fccksbringer vergessen hatte, ein Silberanh\u00e4nger seiner Oma in Form einer Amsel. Strack ist Fernmeldesoldat, muss sicherstellen, dass die Funkanlagen und die Satellitenkommunikation einwandfrei klappen.<\/p>\n<p>Vor dem Ziel geht es durch den Massoud-Kreisverkehr neben der US-Botschaft, nicht weit vom Hauptquartier der Koalitionstruppen entfernt. Die Fahrten sind nervenaufreibend, die Soldaten jedes Mal froh, sicher angekommen zu sein. &#8222;Ich dachte noch, gleich sind wir da&#8220;, sagt Strack. &#8222;Dann gab es einen riesigen Knall.&#8220; Die Druckwelle hebt den Panzer an, dr\u00fcckt die M\u00e4nner aus den Sitzen. Dahinter klafft ein Loch in der Stra\u00dfe. Daneben brennende Wrackteile eines Autos, blutende, verst\u00fcmmelte K\u00f6rper, Verletzte. Schreie sind zu h\u00f6ren. Das blanke Chaos.<\/p>\n<p>\u00dcber Funk kommt der Befehl nicht anzuhalten, sondern weiterzufahren. Die Beine zittern, das Herz rast, aber Strack gibt Gas. Er habe noch nie so viel Angst gehabt. Hinterher hei\u00dft es, Selbstmordattent\u00e4ter h\u00e4tten TNT gez\u00fcndet. 16 Menschen sind tot, darunter zwei US-Soldaten. Strack und seine Kameraden m\u00fcssen im Hauptquartier bleiben, bis die Lage wieder sicher ist. Auf dem R\u00fcckweg sind die M\u00e4nner still. &#8222;Den Tod vor Augen wird man schweigsam.&#8220; Jedes Taxi, das sich auff\u00e4llig bewegt oder direkt auf den Konvoi zuf\u00e4hrt, ihm zu nahe kommt, sorgt f\u00fcr Adrenalinsch\u00fcbe. Jeden Moment kann es wieder einen Anschlag geben. Vier Tage zuvor riss eine Explosion nicht weit vom letzten Anschlagsort einen britischen Gefreiten und vier afghanische Zivilisten in den Tod.<\/p>\n<p>Das Erlebte ver\u00e4ndert alles, Soldatenromantik und Abenteuergeist sind dahin. Dabei hat Strack bis zu diesem Zeitpunkt alles weggesteckt. Wie ein paar Wochen fr\u00fcher, als sie auf Patrouillenfahrt beschossen wurden. Nun sinniert er \u00fcber die Leichen, die er jeden Tag am Stra\u00dfenrand in der Sonne liegen sieht, Menschen, die mit Kopfsch\u00fcssen get\u00f6tet wurden oder vergewaltigte und totgeschlagene Frauen. Bestialische Gewalt, die seine Vorstellungskraft \u00fcbersteigt. Die posttraumatische Belastungsst\u00f6rung wird erst Jahre sp\u00e4ter sichtbar.<\/p>\n<p>Sandro Strack ist zum Zeitpunkt der Taliban-Attacke fast vier Jahre bei der Bundeswehr. Im oberbayerischen Murnau war er f\u00fcr die Grundausbildung der Rekruten zust\u00e4ndig. &#8222;Wir haben nicht mehr wie im Kalten Krieg trainiert, sondern Szenarien ge\u00fcbt, wie sie in Auslandseins\u00e4tzen vorkommen&#8220;, sagt der Ex-Unteroffizier. &#8222;Da ging es ums Minensuchen oder wie man Checkpoints aufbaut und Kontrollen macht.&#8220;<\/p>\n<p>Mit einem Freund will Strack in einen Auslandseinsatz, weil &#8222;man nicht ausbilden kann, was man nicht gemacht hat&#8220;, sagt er. Er denkt dabei an das Kosovo, aber Gebirgsfernmelder werden woanders gebraucht. Als sich der Freund aus Liebeskummer umbringt, meldet sich Strack allein &#8211; und erh\u00e4lt einen Einsatzbefehl f\u00fcr Afghanistan. &#8222;Da habe ich mich erst mal hingesetzt, weil ich das \u00fcberhaupt nicht erwartet hatte.&#8220; Aber Befehl ist Befehl.<\/p>\n<p>Auf Truppen\u00fcbungspl\u00e4tzen lernt er, was gebraucht wird, was bei Geiselnahmen wichtig ist, worauf die Soldaten achten m\u00fcssen. Wie klingt der Untergrund unter den Reifen des Autos, welche Richtung nehmen sie, wie viel Zeit brauchen sie? Oder wie man Einzelverh\u00f6re \u00fcbersteht. Nur, es ist trotz \u00dcbung Theorie. Wie die Realit\u00e4t am Hindukusch zu bew\u00e4ltigen ist, die Psyche gesch\u00fctzt werden kann, all das l\u00e4sst sich nicht einfach erlernen. Auch nicht, wie man beim Wachestehen am Tor des St\u00fctzpunkts zuguckt, wie Menschen sterben, weil die Soldaten nicht eingreifen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>\u00dcberwachen, Sichern, Ausbilden lautet der Auftrag der Bundeswehr. Posten oder Fahrzeuge d\u00fcrfen nicht verlassen werden ohne Befehl. Strack sieht, wie zwei M\u00e4nner auf eine Mine treten und verbluten, bis ein Krankenwagen kommt. Er sieht bei Patrouillenfahrten, wie Kinder von einem brutalen Vater zusammengeschlagen werden und irgendwann aufh\u00f6ren zu schreien. Eingreifen verboten. Strack lernt im Isaf-Hauptquartier Journalisten kennen, die f\u00fcr die Deutsche Welle arbeiten &#8211; ein paar Wochen sp\u00e4ter werden sie im Norden des Landes erschossen. Das Gehirn ist \u00fcberflutet von zu vielen negativen und emotional aufreibenden Eindr\u00fccken. &#8222;Als Soldat willst du ja stark sein, weil wir dazu da sind, das Land zu verteidigen&#8220;, sagt er am Gasthaustisch in Bautzen und knetet seine H\u00e4nde. Der Blick bleibt an der T\u00fcr h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Das Selbstverst\u00e4ndnis damals musste irgendwann wegbrechen. Das wei\u00df er heute. Es hat ihn seine Gesundheit gekostet und sein Familienleben. Kurz vor Weihnachten 2006 ist Strack wieder in seiner Kaserne im Voralpenland und f\u00e4hrt heim nach Bautzen. &#8222;Ich liebe die Adventszeit, aber damals konnte ich damit nichts mehr anfangen.&#8220; Bunte Laternen und Kerzen erinnern an Einsatzlichter von Milit\u00e4rfahrzeugen, der Geruch der Bratw\u00fcrste an den Tod. Enge, die dr\u00e4ngende Menge auf dem Markt: Strack f\u00fchlt sich umzingelt, eingekesselt &#8211; wie, als Kugeln gegen die Stahlhaut des Fuchs-Panzers schlugen oder Raketen \u00fcber das Feldlager flogen. Silvester ertr\u00e4gt er die Knallerei nicht, weil dieser L\u00e4rm nichts mehr mit Spa\u00df zu tun hat. Die Beziehung zu seiner Freundin leidet darunter, ist bald vorbei. Auch die n\u00e4chste h\u00e4lt nicht lange. Nur in der Kaserne f\u00fchlt sich Sandro Strack wohl, mit der anderen Welt jenseits der Armee kommt er schon nach seinem ersten Einsatz nicht mehr richtig zurecht. In den Tr\u00e4umen tauchen Bilder von Sterbenden auf, von brechenden Augen und schwallartig blutenden Wunden.<\/p>\n<p>Den Begriff posttraumatische Belastungsst\u00f6rung h\u00f6rt er erstmals im Januar 2007 bei einem Seminar. Ein Bundeswehrarzt beschreibt Symptome, auf die die Soldaten achten sollen, und fragt Strack, ob er sie kennt: Nervosit\u00e4t, Schlaflosigkeit, Albtr\u00e4ume. Er sei nicht ganz bei der Sache gewesen. &#8222;Ich dachte, es geht mir gut&#8220;, sagt er heute. Damals geht er wieder nach Afghanistan, dient ab Fr\u00fchjahr 2008 in Feyzabad, einem unwirtlichen Au\u00dfenposten im Nordosten. Fast t\u00e4glich gibt es Raketenangriffe. &#8222;Wir konnten w\u00e4hrend der Europameisterschaft kein Spiel in Ruhe zu Ende gucken&#8220;, sagt er und l\u00e4chelt das erste Mal. &#8222;Wir mussten immer in unsere Schutzr\u00e4ume rennen.&#8220; Nach vier Monaten in der &#8222;Hochgebirgsh\u00f6lle&#8220; geht es heim.<\/p>\n<p>Die Auslandseins\u00e4tze haben finanziell etwas gebracht. Zus\u00e4tzlich zum normalen Sold gibt es in Afghanistan 92 Euro pro Tag dazu, mit der sich verschlechternden Sicherheitslage steigt die Ausl\u00f6se sp\u00e4ter auf 110 Euro. &#8222;15 000 Euro zus\u00e4tzlich nach ein paar Monaten ist schon ne Menge Geld, vor allem f\u00fcr jemanden, der aus einer Lehre mit 300 Euro Lohn kommt.&#8220; Auch des sicheren Jobs wegen will Strack die Karriere bei der Bundeswehr weiterverfolgen. Die Anzeichen seiner \u00fcberforderten Psyche ignoriert er und entscheidet sich ein drittes Mal f\u00fcr Afghanistan. Nur: Die Sicherheitslage hat sich im Fr\u00fchjahr 2009 verschlechtert. Immer wieder gibt es Angriffe auf Feldlager, Konvois, Patrouillen.<\/p>\n<p>Es ist das Jahr, in dem ein deutscher Verteidigungsminister nicht mehr nur von einem Hilfseinsatz, von Schulen und Brunnenbau spricht, sondern kriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nden. Es ist auch das Jahr, in dem Kampfflugzeuge auf Befehl eines deutschen Kommandeurs Tanklaster bombardieren und viele Zivilisten t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchsommer 2009 steht Sandro Strack vor den S\u00e4rgen von gefallenen Kameraden, mit denen er ein paar Wochen zuvor noch Gulasch aus der Feldk\u00fcche gegessen hatte. Er hat seine Freundin vor Augen, die auch Soldatin ist und gerade im Kosovo stationiert. Er denkt an die Familien der Get\u00f6teten. Als Vorgesetzter darf er nach au\u00dfen keine Schw\u00e4che zeigen, glaubt er. Im Inneren ist l\u00e4ngst nicht mehr viel in Ordnung. Er ist m\u00fcde, unkonzentriert und gereizt. Doch die eigentliche Katastrophe steht Strack noch bevor: Das Ende seines Lebens, wie er es kennt.<\/p>\n<p>Kaum im gemeinsamen Zuhause im fr\u00e4nkischen Miltenberg, streitet er immer \u00f6fter mit seiner Freundin, die ihn irgendwann einen Ordnungsterroristen nennt. Ordnung ist etwas, an das man sich klammern kann, wenn Gewissheiten weggebrochen sind. Struktur, die Halt gibt. &#8222;Da hat mich jede rumliegende Socke gest\u00f6rt.&#8220; Die Dienstzeit geht zu Ende, eine Fortbildung an einer Hotelfachschule steht an. Der erste Sohn ist unterwegs. Im Fernsehen kann er da schon keine Reportage \u00fcber Afghanistan mehr sehen oder Kriegsfilme gucken, ohne dass blutige Bilder sich im Kopf ausbreiten und nicht mehr weggehen. Schlafen kann er sowieso nicht mehr richtig.<\/p>\n<p>Als Strack kapiert, dass es seine Eins\u00e4tze sind, die ihn so krankmachen, ihm jede Alltagssicherheit rauben, ist es fast zu sp\u00e4t. Die Bundeswehr ist nicht mehr f\u00fcr ihn zust\u00e4ndig, aber noch immer glaubt er, es allein bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, was durch seinen Kopf spukt. Strack versucht eine Therapie, aber nimmt die Sache nicht ernst genug. Stattdessen st\u00fcrzt er sich in Arbeit, an einer Autobahnrastst\u00e4tte, als Au\u00dfendienstmitarbeiter eines Handelsunternehmens. Nur Autofahren ist Stress pur. F\u00e4hrt ein anderer Wagen zu dicht auf, bef\u00e4llt ihn Panik. &#8222;Ich musste dann immer an den Stra\u00dfenrand fahren, weil ich nicht mehr konnte&#8220;, sagt er. Denn er sieht in den Autos afghanische Taxis, die von potenziellen Selbstmordattent\u00e4tern benutzt werden.<\/p>\n<p>Die Eltern in Bautzen l\u00e4sst Strack lange im Unklaren \u00fcber seinen Seelenzustand. W\u00e4hrend der Eins\u00e4tze sagt er nicht, wie gef\u00e4hrlich sie sind. Als er Job und Freundin verliert, seine S\u00f6hne nur noch selten sehen kann, bricht er endg\u00fcltig zusammen. Die Eltern fangen ihn auf, holen ihn zur\u00fcck ins heimische Kinderzimmer.<\/p>\n<p>Jetzt macht Sandro Strack wieder Au\u00dfendienst f\u00fcr einen Lebensmittelh\u00e4ndler, der Gastronomen beliefert. &#8222;In dem Bereich kenne ich mich aus, das hab ich gelernt&#8220;, sagt er und l\u00e4chelt ein bisschen. Nach einer weiteren Therapie kann er seine Gedanken stoppen, den Kreislauf der Bilder und Erinnerungen durchbrechen. Ganz los wird er das trotzdem wohl nie mehr. Sandro Strack kann wieder k\u00e4mpfen, f\u00fcr sich selbst. Er hofft, dass er vielleicht als Zivilbesch\u00e4ftigter zur Bundeswehr zur\u00fcck kann. Es w\u00e4re ein sicherer Job. Immerhin hat er seine Seele f\u00fcr das Land kaputt gemacht und ist einer von vielen Veteranen, die kaum Beachtung finden.<\/p>\n<p>Das Buch &#8222;Ich hatte ein Leben&#8220; von Sandro Strack ist im Riva Verlag erschienen und kostet 17,99 Euro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 18.04.2017 Wenn die Seele stirbt Dreimal war Sandro Strack mit der Bundeswehr in Afghanistan. Dass ihn das traumatisiert hat, wollte sich der Bautzner lange nicht eingestehen. Von Tobias Wolf Als der Fotoblitz aufleuchtet, zuckt Sandro Strack zusammen. 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