{"id":564,"date":"2017-02-10T16:41:43","date_gmt":"2017-02-10T14:41:43","guid":{"rendered":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=564"},"modified":"2021-12-18T20:04:37","modified_gmt":"2021-12-18T18:04:37","slug":"keine-notbremse-im-system-saechsische-zeitung-seite-3-10-02-2017","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=564","title":{"rendered":"\u201eKeine Notbremse im System\u201c &#8211; Wie die Dresdner Parkeisenbahn Hinweise auf Kindesmissbrauch ignorierte, S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 10.02.2017"},"content":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 10.02.2017<\/p>\n<h1>Keine Notbremse im System<\/h1>\n<h4>Ein Junge wurde bei der Dresdner Parkeisenbahn sexuell missbraucht. Seit Jahren gab es Hinweise auf den Tatverd\u00e4chtigen. Er soll nicht der Einzige sein, der Kindern zu nahe trat.<\/h4>\n<p>Von Tobias Wolf<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-02-10-ParkeisenbahnSeite-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-565\" src=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-02-10-ParkeisenbahnSeite-3-150x150.jpg\" alt=\"2017-02-10-ParkeisenbahnSeite 3\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-02-10-ParkeisenbahnSeite-3-150x150.jpg 150w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-02-10-ParkeisenbahnSeite-3-160x160.jpg 160w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-02-10-ParkeisenbahnSeite-3-240x240.jpg 240w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-02-10-ParkeisenbahnSeite-3-60x60.jpg 60w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/2017-02-10-ParkeisenbahnSeite-3-184x184.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Unschuldiger Schnee bedeckt das anonyme Urnenfeld auf dem Dresdner Heidefriedhof. Die parkartige Anlage ist heute verwaist, nur ein Hundebesitzer dreht seine Runde. Irgendwo hier, bewacht von alten Kiefern, ruht Tilo H. Zu seiner Beerdigung hatten noch Gestecke auf dem Grab gelegen. &#8222;Ein letzter Gru\u00df&#8220; stand darauf oder in &#8222;In dankbarer Erinnerung&#8220;. Tilo H. war Parkeisenbahner in Dresdens Gro\u00dfem Garten. In dieser stadtbekannten Institution war Tilo H. f\u00fcr manche fast so etwas wie ein Idol. Seine dunkle Seite kannten nur wenige.<\/p>\n<p>Im Mai 2016 brachte er sich um. Mit nur 38 Jahren. Den Grund des Selbstmords ahnten damals h\u00f6chstens ein paar Offizielle der staatlichen Schl\u00f6sserverwaltung und ein gutes Dutzend Mitglieder des Parkbahnvereins. Tilo H. soll einen heute 17 Jahre alten Jungen sexuell missbraucht haben. Jahrelang. Bis sich das mutma\u00dfliche Opfer Henry L.* seiner Familie offenbarte, bei der Polizei meldete und die Parkeisenbahn-Verantwortlichen im Gro\u00dfen Garten informierte. Sie suspendierten Tilo H. umgehend. Es gab eine Strafanzeige.<\/p>\n<p>Die f\u00fcr die Parkanlage zust\u00e4ndige Schl\u00f6sserverwaltung h\u00e4lt das lange unter dem Deckel. Erst kurz vor Weihnachten kommt es heraus. Eilig wird eine Pressekonferenz einberufen. Es sei der einzige bekannte Fall von strafrechtlichem Belang, hei\u00dft es. Vorstandsmitglied Jens Gro\u00dfmann vom Parkeisenbahnverein sagt, man habe H. darauf hingewiesen, sich f\u00fcr Privatausfl\u00fcge mit den Kindern Unterschriften der Eltern geben zu lassen. &#8222;Ansonsten ist er uns nie aufgefallen in der Richtung.&#8220; Und Schl\u00f6sser-Chef Christian Striefler erg\u00e4nzt: &#8222;Uns ist der Inhalt der Strafanzeige nicht bekannt&#8220;. Was er in diesem Moment nicht sagt: Der Parkbahnleitung liegt seit Mai eine Liste mit Tatvorw\u00fcrfen vor. Demnach soll Tilo H. den Jungen mit obsz\u00f6nen Redensarten bel\u00e4stigt, ihn zur eigenen sexuellen Erregung angefasst und im Intimbereich ber\u00fchrt haben. Unter Zwang. Henry L. habe seinen Ausbilder und Betreuer nackt betrachten und bei sexuellen Handlungen zusehen m\u00fcssen. Von mindestens 100 \u00dcbergriffen ist die Rede.<\/p>\n<p>Nichts davon erfahren die Eltern der anderen 230 Parkeisenbahn-Kinder. Obwohl die Familie von Henry L. bereits im September die Verantwortlichen aufgefordert haben, die anderen Eltern zu informieren, wird erst Ende November zu einem Informationsabend eingeladen. Es gehe um ein Kinderschutzkonzept, hei\u00dft es da etwas nebul\u00f6s. Von sexuellem Missbrauch kein Wort. Als es so weit ist, sind nur 30 der 250 St\u00fchle besetzt, acht M\u00fctter und V\u00e4ter nehmen die Fakten zur Kenntnis, die anderen sind Vertreter von Schl\u00f6sserverwaltung und Verein. Warum wurde so lange gez\u00f6gert? H\u00e4tten sonst vielleicht Eltern ihre Kinder abgemeldet und damit den Betrieb der Bahn in der Saison gef\u00e4hrdet? Schl\u00f6sserchef Striefler verneint das auf der Pressekonferenz.<\/p>\n<p>Zwar kursierten unter erwachsenen Parkbahn-Mitarbeitern seit H.s Tod Ger\u00fcchte. Was wirklich passiert sein soll, erfahren die meisten erst im Dezember aus den Medien. Einem Chatprotokoll einer internen WhatsApp-Gruppe zufolge, das der SZ vorliegt, sorgen sich die meisten nun um den Ruf der Parkbahn. Man diskutiert \u00fcber Tilo H.. &#8222;Es gab aber Ger\u00fcchte, dass er &#8230; nun ja&#8220;, schreibt einer. Ein anderer: &#8222;Ich wei\u00df glaube ich was, aber ich bin mir nicht sicher.&#8220; Nur einer wird deutlich: &#8222;Es ist doch bekannt, und es gibt genug, die es genau wissen.&#8220;<\/p>\n<p>H. war Elektriker, ein Kumpeltyp. Fast jeden Tag verbrachte er im Gro\u00dfen Garten und das bereits seit 1987. Weggef\u00e4hrten erz\u00e4hlen, er habe ansonsten zur\u00fcckgezogen gelebt, weder Partnerin noch Partner gehabt, und er soll Schlaftabletten und Aufputschmittel genommen haben, um den Alltag zu bew\u00e4ltigen. Ein Nachbar von H., der im Hochhaus am Stra\u00dfburger Platz lebte, erz\u00e4hlt: &#8222;Er war freundlich, aber wohl auch einsam.&#8220;<\/p>\n<p>Drei Tage nach der Beisetzung im Juni l\u00e4sst der Parkbahnverein zwei Z\u00fcge zum Gedenken an Tilo H. durch den Gro\u00dfen Garten rollen. 250 Mitglieder, Kinder, Eltern und Mitarbeiter fahren mit und lassen Luftballons in den Himmel fliegen, mit guten W\u00fcnschen der Kinder. F\u00fcr die Familie des Opfers war das grotesk. In der Traueranzeige des Vereins ist zu lesen: &#8222;Wer Bleibendes geschaffen hat und Menschen begeistern konnte, wird nicht vergessen.&#8220; Schon seit Ende 2010 existieren Hinweise auf H.. Damals wendet sich ein Junge an die damals zust\u00e4ndige Gesch\u00e4ftsstellenleiterin des Gro\u00dfen Gartens. Er erz\u00e4hlt ihr von Ber\u00fchrungen und \u00dcbergriffen. Die Frau ist f\u00fcr eine Stellungnahme nicht erreichbar, schreibt dem Jungen aber damals eine Mail. Darin hei\u00dft es, sie habe mit H. gesprochen und keine Anzeichen f\u00fcr strafbare Handlungen entdeckt. H. werde &#8222;seine Bem\u00fchungen um die Parkbahner wie bisher in unserem Interesse&#8220; fortsetzen. Allerdings: Etwa zu diesem Zeitpunkt untersagt der Vorstand Tilo H., das Logo des Vereins weiterhin f\u00fcr Einladungen zu seinen Privatfahrten zu nutzen. Die Notbremse zieht niemand. Der Schl\u00f6sserbetrieb bestreitet bis heute, von dem Fall Kenntnis zu haben.<\/p>\n<p>Auch nach 2010 bleibt Tilo H. der erste Ansprechpartner f\u00fcr Kinder und Eltern. Er wirbt in Schulen f\u00fcr das Bahn-Hobby, bildet Kinder aus, betreut Projekte. Er ist auch f\u00fcr &#8222;Mitmachf\u00fchrungen&#8220; verantwortlich, bei der Kinder die Parkeisenbahn kennenlernen. Er ist beliebt, genie\u00dft Vertrauen. Und er organisiert Fahrten f\u00fcr um die 100 Kinder in die S\u00e4chsische Schweiz. Behauptet, das sei ein pers\u00f6nliches Dankesch\u00f6n f\u00fcr die Hilfe bei Parkbahn-Geburtstagen oder dem Parkolino-Fest, bei denen er oft selbst in das Kost\u00fcm des Maskottchens steigt. Niemand wundert sich, dass H. private Mail-Adressen f\u00fcr den Kontakt zu Kindern und Eltern benutzt. H. druckt Info-Bl\u00e4tter, bezahlt Ersatzteile und Reparaturen f\u00fcr die Modellbahnanlage im Stadtzentrum. Das Geb\u00e4ude geh\u00f6rt der Schl\u00f6sserverwaltung. Nach H.s Tod wird offenbar, dass dort mit Abstand die meisten sexuellen N\u00f6tigungen gegen Henry L. stattgefunden haben sollen. Ein paar Stunden an der Anlage basteln, am Ende eine halbe Stunde &#8222;kuscheln&#8220;. Oft soll Tilo H. mit Kindern in den R\u00e4umen \u00fcbernachtet haben. Schl\u00f6sserverwaltung und Parkbahn-Verein wollen von all dem nichts gewusst haben. Ein heute 20 Jahre alter Ex-Parkeisenbahner behauptet zudem, H. habe f\u00fcr sich und mindestens drei Kinder auch schon mal ein Hotelzimmer mit nur einem Bett gebucht.<\/p>\n<p>Missbrauchsf\u00e4lle bei Hobby-Eisenbahnen sind kein Novum. Vor sieben Jahren ersch\u00fctterte ein Missbrauchsskandal die Berliner Parkeisenbahn. Ein Beschuldigter musste wegen sexuellem Missbrauchs von Kindern f\u00fcr drei Jahre und neun Monate ins Gef\u00e4ngnis, sechs weitere M\u00e4nner kamen mit Bew\u00e4hrung davon.<\/p>\n<p>Auch in Dresden soll Tilo H. nicht der Einzige gewesen sein, der Kindern zu nahe trat. Das geht aus einer extra angefertigten Dokumentation vor, die der SZ vorliegt. 2014 erstattete gar das Jugendamt der Stadt Strafanzeige gegen Unbekannt. Die Staatsanwaltschaft best\u00e4tigt das. H.s Name fiel bei den Ermittlungen. Allerdings habe es sich um &#8222;strafrechtlich nicht relevante sexualisierte Grenzverletzungen gehandelt&#8220;. Die Dokumentation listet Tatverd\u00e4chtige und Vorf\u00e4lle der letzten zehn Jahre auf. Demnach seien Jungen oder M\u00e4dchen gegen ihren Willen ber\u00fchrt, heftig gekitzelt, umarmt oder gek\u00fcsst worden. Mancher habe sich im Ton vergriffen oder Kinder angeschrien. Es werden auch Lieblingskinder aufgez\u00e4hlt. Manchmal ging es um \u00fcppige Geschenke, in mindestens einem Fall um Sex. Der Vereinsvorstand befasst sich immer wieder mit Mitgliedern, die Grenzen \u00fcberschreiten. Seit 2010 entband das Gremium sechs m\u00e4nnliche Mitglieder von allen Aktivit\u00e4ten mit Kindern und Jugendlichen oder setzte sie nicht mehr als Betreuer bei Ausfl\u00fcgen ein. Der bislang letzte Fall datiert vom Oktober 2016: Ein 21-J\u00e4hriger verschickte explizite Fotos und anz\u00fcgliche Bemerkungen an Minderj\u00e4hrige. Die Schl\u00f6sserverwaltung best\u00e4tigt lediglich zwei Vorkommnisse. Zwei Besch\u00e4ftigte h\u00e4tten wegen unangemessenen Verhaltens gegen\u00fcber Kindern und Jugendlichen keinen neuen Arbeitsvertrag bekommen, sagt der Sprecher. Zu all den Vorw\u00fcrfen will er nichts sagen.<\/p>\n<p>Das System Parkeisenbahn stellt kaum jemand infrage. Es bestehen Abh\u00e4ngigkeiten, Loyalit\u00e4ten, Machtverh\u00e4ltnisse, eine streng hierarchische Organisation. Der Verein ist seit 2009 Tr\u00e4ger der Jugendhilfe, die Stadt Dresden f\u00f6rdert ihn. Zwar werden mehrere Dutzend Mitglieder zu Jugendleitern ausgebildet, Tilo H. aber lehnte das ab. Dennoch durfte er weiter Kinder betreuen. Ein p\u00e4dagogisches Konzept oder umfassende Kinderschutzregeln existierten bis 2014 nicht. Erst danach unterschreiben Mitarbeiter eine Selbstverpflichtungserkl\u00e4rung, in der sie erkl\u00e4ren, nichts zu vertuschen. Auch Tilo H. hat so ein Papier signiert. F\u00fcr die Institution Parkeisenbahn hatte er sich unentbehrlich gemacht.<\/p>\n<p>Das sei ein typisches T\u00e4terverhalten, sagt Adolf Gallwitz, ein renommierter Experte f\u00fcr sexuellen Missbrauch von Kindern. Der 65 Jahre alte Psychologe und Profiler an der Polizeihochschule im baden-w\u00fcrttembergischen Villingen-Schwenningen sagt, vor allem dort, wo Jungs Sport machen oder sich mit Technik besch\u00e4ftigen, kommt es zu \u00dcbergriffen. Dort g\u00e4be es viele M\u00f6glichkeiten und vielf\u00e4ltige Arten der Ber\u00fchrung. Den potenziellen T\u00e4tern sei ihre Neigung schon fr\u00fch bewusst. Deshalb suchten sie sich gezielt Berufe wie Lehrer, Kinderarzt oder Therapeut aus. &#8222;Oder Freizeitbesch\u00e4ftigungen in Vereinen, als Trainer oder Ausbilder.&#8220; Br\u00fchrungen oder \u00dcbergriffe entwickelten sich dann immer systematischer und intensiver.&#8220; Es entsteht N\u00e4he&#8220;, sagt Gallwitz. Tilo H. passe genau in dieses Profil. Und Henry L. sei ein idealtypisches Opfer.<\/p>\n<p>Der Junge begeistert sich f\u00fcr die Bahn und sein Idol. H. soll sich seine Lieblingskinder im Alter ab elf Jahren ausgesucht haben. Ihnen machte er Geschenke oder nahm sie auf Ausfl\u00fcge mit. \u00dcber seine Privatfahrten hat der Verein bis heute keinen \u00dcberblick. Er reise nicht gern allein, schreibt H. in Mails an Kinder und ihre Eltern. Sogar seinen Urlaub verbrachte er manchmal mit jungen Parkbahnern. Es ging in den Heidepark Soltau, zu anderen Liliput-Bahnen in Wien, Stuttgart oder Leipzig. Bis Anfang 2011 waren die Aush\u00e4nge zu diesen Privattouren an den Schauk\u00e4sten der Parkeisenbahn-Bahnh\u00f6fe angebracht. H. entschied allein, wer mitfuhr und wer nicht.<\/p>\n<p>Auch das sei eine T\u00e4terstrategie, sagt Kriminologe Gallwitz. Bei H. handle es sich wahrscheinlich um einen fixierten T\u00e4tertyp, der ein prim\u00e4res sexuelles Interesse an einer bestimmten Altersgruppe habe und sich gezielt die Kinder aussuche. &#8222;Die N\u00e4he wird dabei \u00fcber Verg\u00fcnstigungen, Geheimnisse, Geschenke oder finanzielle Zuwendungen hergestellt&#8220;, sagt Gallwitz. Opfer f\u00fchlen sich deshalb bevorzugt.<\/p>\n<p>Der Fachbegriff daf\u00fcr sei das englische Wort Grooming, das eigentlich das Heranziehen von Pflanzen und Tieren beschreibt. &#8222;Das ist ein Mechanismus, der verhindert, dass sich das Kind fr\u00fchzeitig Gedanken macht, dass da etwas nicht in Ordnung ist&#8220;, sagt Gallwitz. Ansonsten w\u00e4re ja der Verlust der Besonderheit der eigenen Person zu bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Im Herbst 2013 hatte Tilo H. den Jungen Henry L. zu einem Konzert der Toten Hosen in D\u00fcsseldorf eingeladen. Arglos stimmten die Eltern zu. Zwei Jahre zuvor war die erste Anfrage zu einer Privatfahrt nach Hamburg an sie herangetragen worden. Es folgten private Badeausfl\u00fcge, Radtouren und eine Reise nach England. H. verschaffte dem Jungen ein Praktikum, nahm ihn mit auf Einkaufsfahrten f\u00fcr die Parkbahn, lie\u00df ihn in seine Wohnung. Henry L. f\u00fchlte sich besonders. Wie die vier Jungs davor. Zwei von H.s Ex-Lieblingskindern sind heute Vorst\u00e4nde im Parkbahnverein. Nun sollen sie bei der Aufkl\u00e4rung diverser Vorkommnisse helfen.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlt auch der Fall eines saisonal besch\u00e4ftigten Lokf\u00fchrers. Er steht im Verdacht, 2012 Geschlechtsverkehr mit einer gerade 15-J\u00e4hrigen in den Umkleider\u00e4umen der Parkbahn gehabt zu haben. Das behaupten zumindest die Eltern. Aus einer Mail geht hervor, dass das M\u00e4dchen zun\u00e4chst nicht dar\u00fcber reden wollte, obwohl ein Kontaktverbot zu dem Endzwanziger ausgesprochen worden war. Die Schl\u00f6sserverwaltung gab ihm danach keinen neuen Saisonvertrag. Der Verein warf den Lokf\u00fchrer raus. Auch weil er sich mit Minderj\u00e4hrigen nach Mitternacht getroffen hatte. Der Mann bestreitet alle Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Die Schl\u00f6sserverwaltung will die Vorg\u00e4nge um Tilo H. und mutma\u00dfliche andere Tatverd\u00e4chtige jetzt ebenfalls aufarbeiten. Dazu werde intern nachgeforscht, teilt ein Sprecher mit. Seit Dezember haben sich demnach allein zu Tilo H. zwei weitere m\u00f6gliche Opfer gemeldet &#8211; unter anderem wegen unangemessener Ber\u00fchrungen.<\/p>\n<p>Bei einer Befragung von Kindern und ihren Familien sind ebenfalls zwei F\u00e4lle aufgetaucht. Dabei soll es um Grenzverletzungen und verbale Bel\u00e4stigungen durch andere Parkbahnmitarbeiter gegangen sein, die strafrechtlich nicht relevant seien, sagt der Sprecher des Schl\u00f6sserbetriebs. Innerhalb der n\u00e4chsten zwei Jahre soll ein Kinderschutzkonzept entwickelt werden. Dazu wird nun eine Risikoanalyse erstellt, um zu sehen, an welchen Stellen T\u00e4ter L\u00fccken im System Parkeisenbahn ausnutzen k\u00f6nnen. Auch eine Elterninitiative hat sich gegr\u00fcndet, die Betroffene unterst\u00fctzen will, die den Kontakt zur Schl\u00f6sserverwaltung scheuen.<\/p>\n<p>Henry L. hat jahrelang geschwiegen bis er sich offenbarte. Auch aus Angst, einen vermeintlichen nahen Menschen, einen guten Freund zu verlieren, der gleichzeitig sein Peiniger war. Nun hofft er, dass nie wieder Kinder bei der Parkeisenbahn erleiden m\u00fcssen, was er erlebt hat.<\/p>\n<p>*Name auf Wunsch ge\u00e4ndert<\/p>\n<p>Die Elterninitiative Dresdner Parkeisenbahn ist erreichbar unter 0178 1700998 oder<\/p>\n<p>www.initiative-dpe.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 10.02.2017 Keine Notbremse im System Ein Junge wurde bei der Dresdner Parkeisenbahn sexuell missbraucht. Seit Jahren gab es Hinweise auf den Tatverd\u00e4chtigen. Er soll nicht der Einzige sein, der Kindern zu nahe trat. Von Tobias Wolf Unschuldiger Schnee bedeckt das anonyme Urnenfeld auf dem Dresdner Heidefriedhof. Die parkartige Anlage ist heute [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[152,1],"tags":[66,180,182,183,67,28,50,181,8],"class_list":["post-564","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sicherheit_kriminalitaet_missbrauch","category-text","tag-dresden","tag-kindesmissbrauch","tag-missbrauch","tag-parkeisenbahn","tag-sachsen","tag-saechsische-zeitung","tag-seite-3","tag-sexueller-kindesmissbrauch","tag-tobias-wolf"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=564"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/564\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":826,"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/564\/revisions\/826"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/wolftobias.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}