{"id":706,"date":"2019-12-19T21:35:47","date_gmt":"2019-12-19T19:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=706"},"modified":"2021-12-18T19:52:03","modified_gmt":"2021-12-18T17:52:03","slug":"die-frau-im-hintergrund-saechsische-zeitung-seite-3-19-12-2019","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wolftobias.com\/?p=706","title":{"rendered":"Vertraute von AfD-Chef Tino Chrupalla: &#8222;Die Frau im Hintergrund&#8220;, S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 19.12.2019"},"content":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 19.12.2019<\/p>\n<h1>Die Frau im Hintergrund<\/h1>\n<h4>Offiziell distanziert sich die AfD von der rechtsextremistischen Identit\u00e4ren Bewegung. Ausgerechnet eine enge Vertraute von Bundeschef Tino Chrupalla hat offenbar wenig Ber\u00fchrungs\u00e4ngste.<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/wolftobias.com\/?attachment_id=707\" rel=\"attachment wp-att-707\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-707\" src=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2019-12-19-S3-Die-Frau-im-Hintergrund-Chrupalla-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2019-12-19-S3-Die-Frau-im-Hintergrund-Chrupalla-150x150.jpg 150w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2019-12-19-S3-Die-Frau-im-Hintergrund-Chrupalla-160x160.jpg 160w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2019-12-19-S3-Die-Frau-im-Hintergrund-Chrupalla-240x240.jpg 240w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2019-12-19-S3-Die-Frau-im-Hintergrund-Chrupalla-60x60.jpg 60w, http:\/\/wolftobias.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/2019-12-19-S3-Die-Frau-im-Hintergrund-Chrupalla-184x184.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Von Tobias Wolf und Maximilian Helm<\/p>\n<p>Frauen in M\u00e4nnerberufe zu dr\u00e4ngen, das sei Missbrauch, sagt sie. Identit\u00e4re Frauen sollten lieber f\u00fcr Familie, Tradition und Heimat einstehen. Die Frau sei eben eine konservative Natur. All das erz\u00e4hlt Lore Waldvogel im Podcast &#8222;Leuchtfeuer&#8220; der Identit\u00e4ren Bewegung Berlin-Brandenburg, einer Art Talkrunde im Internet. Der Verfassungsschutz stuft die Identit\u00e4ren als rechtsextremistisch ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Thesen erh\u00e4lt die Frau im Netz Zustimmung. &#8222;Warum tritt Lore Waldvogel nicht \u00f6fter in Erscheinung?&#8220;, fragt eine H\u00f6rerin. Eine Antwort gibt es nicht.<\/p>\n<p>Lore Waldvogel existiert wohl gar nicht. Der Name ist vermutlich nur das Pseudonym der Wissenschaftlerin Dr. Claudia R., die zu einer engen Vertrauten von AfD-Bundeschef Tino Chrupalla aufgestiegen ist und seit 2017 sein Bundestagsb\u00fcro leitet. Jenes s\u00e4chsischen Malermeisters, der bei der Bundestagswahl 2017 dem heutigen s\u00e4chsischen CDU-Ministerpr\u00e4sidenten Michael Kretschmer dessen G\u00f6rlitzer Wahlkreis abtrotzte. R.s mutma\u00dfliche Kontakte zur Identit\u00e4ren Bewegung (IB) k\u00f6nnten problematisch werden. Die IB steht auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD. Sie selbst bestreitet die Kontakte vehement. Wer ist Claudia R.? Wie hat sie sich radikalisiert? Welchen Einfluss \u00fcbt sie auf den AfD-Chef aus? Eine Rekonstruktion.<\/p>\n<p>G\u00f6rlitz und die Mystik<\/p>\n<p>Ein B\u00fcrgerhaus aus der Gr\u00fcnderzeit. Die braune Fassade ist in die Jahre gekommen. Hier und da br\u00f6ckelt der Putz. Drinnen wurde renoviert. Gl\u00e4nzende Messinggriffe, Holzt\u00fcren mit Fenstern, gedrechselte Gel\u00e4nder. F\u00fcr 65 Quadratmeter, zweieinhalb Zimmer mit Blick auf den Wilhelmsplatz, sind 400 Euro im Monat f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Der Name der B\u00fcroleiterin steht auf der Klingel der Wohnung im oberen Stock, vor dem Namen ein Doktortitel. Niemand \u00f6ffnet. In der Nachbarschaft hei\u00dft es, Claudia R. komme nur alle paar Wochen, seit sie in Berlin arbeitet. Sie sei eine freundliche Frau, lebe seit 2016 hier und nutze seltsamerweise Pseudonyme: &#8222;Irgendwas mit Vogel.&#8220; Einer Zeugin zufolge sollen sich Claudia R. und Chrupalla 2016 in G\u00f6rlitz kennengelernt haben. Weder R. noch Chrupalla wollen sich dazu \u00e4u\u00dfern. Stattdessen antwortet die Anwaltskanzlei H\u00f6cker, die auch den t\u00fcrkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoan gegen den TV-Entertainer Jan B\u00f6hmermann vertrat. Ihr Mandant teile mit, dass es an Mitarbeitern von Abgeordneten grunds\u00e4tzlich kein \u00f6ffentliches Informationsinteresse geben d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>F\u00fcr Dr. Claudia R. antwortet die gleiche Kanzlei. Jede Verbindung zur Identit\u00e4ren Bewegung wird bestritten. Ein unmissverst\u00e4ndliches Dementi, dass es sich bei R. um Lore Waldvogel handelt, gibt es allerdings nicht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ihrer Zeit in G\u00f6rlitz war R. im Vorstand der Jacob-B\u00f6hme-Gesellschaft t\u00e4tig. Der Verein pflegt das Erbe des G\u00f6rlitzer Mystikers, der Natur und Gott gleichsetzte. Ex-Mitstreiter erinnern sich an Claudia R. und an ihren schnellen Aufstieg in den Vereinsvorstand. Ab April 2017 sollte sie Kontakte zur G\u00f6rlitzer B\u00fcrgerschaft aufbauen. Ein Ex-Vorstandskollege sagt, sie sei offen und ehrgeizig auf die Leute zugegangen, obwohl sie erst zugezogen war.<\/p>\n<p>Claudia R. sprach mit vielen Lokalpolitikern und K\u00fcnstlern &#8211; nie unvorbereitet, erinnert sich eine Frau aus dem Verein. &#8222;Sie war sehr misstrauisch, wollte vor Treffen oft alles \u00fcber die Gespr\u00e4chspartner wissen.&#8220; Als 2018 ein Jacob-B\u00f6hme-Institut gegr\u00fcndet werden sollte, sei R. aus &#8222;Zeitgr\u00fcnden&#8220; \u00fcberraschend ausgetreten. Ihre Arbeit f\u00fcr Chrupalla erw\u00e4hnte sie nicht. Ein anderes Mitglied behauptet, sie habe politische Manifeste f\u00fcr verschiedene Auftraggeber geschrieben. Die Texte gesehen hat jedoch keiner der fr\u00fcheren Mitstreiter.<\/p>\n<p>Bei Tino Chrupalla hatte sich Claudia R. zwei Wochen nach der Bundestagswahl 2017 als &#8222;B\u00fcroleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin&#8220; beworben. Die 43-J\u00e4hrige schrieb: &#8222;Mit meiner psychologischen Sensibilit\u00e4t und meinem Gesp\u00fcr f\u00fcr die seelische Verfassung der Menschen in Deutschland m\u00f6chte ich Sie gerne dabei unterst\u00fctzen, erfolgreiche Reden zu halten, die das herrschende Meinungsklima nachhaltig ver\u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p>Am 8. November dieses Jahres h\u00e4lt Tino Chrupalla eine Rede. Anl\u00e4sslich des Mauerfalljubil\u00e4ums und mit Blick auf Kanzlerin Angela Merkel spricht er von &#8222;Herrschafts- und Zersetzungsstrategien&#8220;, die sie bei der FDJ gelernt habe. &#8222;Agitations- und Propaganda-Kenntnisse&#8220; seien wertvolles Wissen. In gem\u00e4\u00dfigten AfD-Kreisen gilt die Rede als Versuch, dem AfD-&#8222;Fl\u00fcgel&#8220; um Rechtsau\u00dfen Bj\u00f6rn H\u00f6cke zu gefallen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Begriffe hatte Chrupalla nach Berichten der S\u00e4chsischen Zeitung am Jahresanfang \u00fcber den AfD-Kreisparteitag in Niesky benutzt. Damals schrieb er einen Brief an seinen Kreisverband, den viele als &#8222;Maulkorberlass&#8220; betrachteten. Niemand, au\u00dfer den Chefs, solle mehr mit der Presse reden, hie\u00df es. Von &#8222;Spaltungs- und Zersetzungsstrategie&#8220;, &#8222;Feindpropaganda&#8220; und von &#8222;als Journalisten getarnten Zersetzungsagenten&#8220; war darin die Rede.<\/p>\n<p>Von Indien nach rechts au\u00dfen<\/p>\n<p>Claudia R. stammt aus einem Elternhaus in S\u00fcdbaden. Ihr Vater ist ein pensionierter Lateinlehrer. Nach dem Abitur reist R. mit dem Rucksack durch Indien, begeistert sich f\u00fcr Hinduismus und Religionswissenschaften, bleibt dann mehr als ein Jahrzehnt an der Freien Universit\u00e4t Berlin. Mit 35 Jahren promoviert sie in Literaturwissenschaft \u00fcber Gewalt in der englischen Literatur.<\/p>\n<p>Ihr Doktorvater beschreibt Claudia R. als Menschen, der viele Ideen hatte. Sie habe sich ausprobiert, Gedichte und Liedtexte geschrieben, versucht, k\u00fcnstlerische Aktionen zu organisieren. Sie versuchte wohl, in der Kulturszene Fu\u00df zu fassen. 2010 kuratiert R. eine Ausstellung bei Halle an der Saale, an der auch die slowenische Band Laibach beteiligt ist, die mit faschistoiden Elementen in der Musik und Nazi-Ikonografie in der Inszenierung provozieren.<\/p>\n<p>Der Doktorvater erinnert sich an ihren letzten Besuch bei ihm. Mit Blick auf die m\u00f6gliche Hinwendung zu rechtsradikalen Gedanken und mutma\u00dfliche Kontakte zur Identit\u00e4ren Bewegung sagt der inzwischen emeritierte Professor: &#8222;Ich habe mit gro\u00dfem Bedauern beobachtet, wie sie sich in diese Richtung ge\u00e4u\u00dfert hat.&#8220; Er habe sich gut mit ihr verstanden, ihr Promotionsprojekt spannend gefunden und sich daf\u00fcr eingesetzt, dass sie einen Preis bekommt. &#8222;Diese bedauerliche Entwicklung kam sp\u00e4ter, es war ein allm\u00e4hlicher Prozess, und der Kontakt wurde immer diskontinuierlicher.&#8220;<\/p>\n<p>Um den Jahreswechsel 2012\/13 ist Claudia R. das erste Mal seit ihrer Jugend wieder auf dem Subkontinent. Als die Jobsuche in Indien scheiterte, sei sie entt\u00e4uscht gewesen, so der Doktorvater. In dieser Zeit sinniert Claudia R. im Netz \u00fcber Hoffnungslosigkeit als kollektives Problem, \u00fcber ihr &#8222;selbst verh\u00e4ngtes Exil&#8220;, sie h\u00e4tte raus gemusst aus Deutschland. &#8222;Wenn du beginnst, dich allein und traurig inmitten deiner Verwandten zu f\u00fchlen, muss etwas falsch sein.&#8220; Sie schreibt \u00fcber Eltern in Berlin, die ihren Kindern keine Werte und Grenzen vermitteln w\u00fcrden, \u00fcber die EU als ein &#8222;totalit\u00e4res&#8220; Europa, das die wahre Multikulturalit\u00e4t zerst\u00f6re. \u00dcber angeblich fehlende Pressefreiheit in Deutschland. Im gleichen Jahr schreibt sie auch f\u00fcr eine badische Lokalzeitung.<\/p>\n<p>Im Internet sinniert Claudia R.: Die deutsche Jugend sei die traurigste, vielleicht wegen der Kriegsschuld. Sie selbst habe gl\u00fccklicherweise eine andere Option gefunden. Vielleicht ist diese &#8222;Option&#8220; die Wahl eines Pseudonyms. Denn jemand wie Lore Waldvogel kann schreiben, was andere \u00f6ffentliche Personen mit einem Faible f\u00fcr Mystiker nie schreiben w\u00fcrden. In den folgenden Jahren entstehen unter dem Pseudonym immer mehr v\u00f6lkisch-nationalistische Texte f\u00fcr einschl\u00e4gige Zeitschriften und Blogs.<\/p>\n<p>Waldvogels erster Text in der Zeitschrift &#8222;Sezession&#8220; erscheint im Dezember 2015. Das Magazin des Verlegers G\u00f6tz Kubitschek versteht sich als Ideengeber der Neuen Rechten. Waldvogel beschreibt eine &#8222;Schw\u00e4chung der deutschen Volksseele&#8220;, angeblich verursacht durch die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten.<\/p>\n<p>Ein gutes Jahr sp\u00e4ter wird Bj\u00f6rn H\u00f6cke in Dresden eine &#8222;erinnerungspolitische Wende um 180 Grad&#8220; fordern.<\/p>\n<p>In &#8222;Sezession&#8220; rezensiert Waldvogel 2016 auch das Buch von Helmut Roewer, Ex-Verfassungsschutzchef in Th\u00fcringen. Darin schlie\u00dft sie sich dessen Einsch\u00e4tzung an, dass &#8222;der Erste Weltkrieg ein von langer Hand geplanter Vernichtungsschlag gegen Deutschland&#8220; gewesen sei. Claudia R. trifft Roewer 2018 pers\u00f6nlich, organisiert eine Veranstaltung mit ihm im Bundestag &#8211; auf Einladung von Tino Chrupalla.<\/p>\n<p>Die Kunstidentit\u00e4t Lore Waldvogel f\u00fcrchtet die angeblich bevorstehende Vernichtung des deutschen Volkes. Ebenfalls 2016 erscheint in &#8222;Sezession&#8220; ein Text mit der \u00dcberschrift &#8222;Muslime, Migranten und Vergewaltigungen: ein Blick auf die Hintergr\u00fcnde&#8220;. Darin gibt sich Waldvogel betont sachlich, aber in einem Kommentar unter ihren Text schreibt sie: Die Ursache des &#8222;erneuten Versuchs der Vernichtung Deutschlands&#8220; liege nicht im Islam. Der sei nur das Werkzeug. Es handele sich um eine Aktion von Geheimdiensten, die sich nur wenige Staaten leisten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Abgeordnete Chrupalla benutzt Begriffe wie &#8222;Umvolkung&#8220;. Bei einer Veranstaltung in Oppach spricht ihn 2018 ein Mann an, wie TV-Aufnahmen zeigen: &#8222;Es ist ja nichts anderes als V\u00f6lkermord. Weil, wenn es danach uns Deutsche nicht mehr gibt, sondern irgendein Mischvolk, dann sind wir Deutsche weg. Das letzte Mal gab es so was \u201845 &#8211; die Jungs sind am Galgen geendet in N\u00fcrnberg. Das m\u00fcsste man doch mal ansprechen.&#8220; Chrupalla nickt, sagt, da k\u00f6nne man &#8222;von einer gewissen \u201aUmvolkung\u2018 reden. Dieses Wort sollte man einfach mal benutzen.&#8220;<\/p>\n<p>Immer wieder bezieht sich Lore Waldvogel in ihren gedanklichen Konstruktionen auf den Schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung.<\/p>\n<p>Auch die reale Claudia R. ist Jung-Expertin. Sie gab zu dessen Thesen 2016 ein Seminar an der &#8222;Bibliothek des Konservatismus&#8220; in Berlin, die als Denkfabrik der Neuen Rechten gilt. Das ist in einem Brief belegt, der beim Verein Apabiz in Berlin archiviert ist.<\/p>\n<p>Das identit\u00e4re Problem der AfD<\/p>\n<p>Man w\u00fcrde gern mit Dr. R. \u00fcber Kontakte zu den Identit\u00e4ren sprechen, doch sie lehnt ab. Ihr Anwalt teilt mit: &#8222;Unsere Mandantin stand und steht in keinerlei Kontakt zur Identit\u00e4ren Bewegung.&#8220; Zwei Zeugen versichern hingegen, bei der Stimme im Podcast der Identit\u00e4ren Bewegung handle es sich um die von Claudia R.<\/p>\n<p>Im Identit\u00e4ren-Podcast referiert Lore Waldvogel \u00fcber &#8222;v\u00f6lkischen Feminismus&#8220; nach Mathilde Ludendorff, die der &#8222;Spiegel&#8220; schon 1960 als &#8222;Urgro\u00dfmutter des deutschen Antisemitismus&#8220; bezeichnet hatte. Ludendorfs Ehemann Erich hatte 1923 zusammen mit Adolf Hitler gegen die Weimarer Republik geputscht.<\/p>\n<p>Lore Waldvogel sinniert dabei \u00fcber die Rolle der Frau und der Mutter. Im Podcast sagt sie: &#8222;gesunde M\u00fctter&#8220; seien &#8222;logischerweise die Voraussetzung f\u00fcr ein schaffenskr\u00e4ftiges Volk&#8220;. Nur ein Volk von solchem Format k\u00f6nne sich im &#8222;Wettkampf der Nationen behaupten.&#8220;<\/p>\n<p>Auf einem Twitter-Konto mit dem Namen &#8222;@lore_waldvogel\/forestbird&#8220; erschienen bis vor einigen Tagen Verschw\u00f6rungstheorien, wie zum Terroranschlag am 11. September 2001 in New York. Im Mai 2018 verweist Waldvogel auf einen Beitrag, in dem es hei\u00dft: Alle, die &#8222;free tommy&#8220; (Freiheit f\u00fcr den Rechtsradikalen Tommy Robinson) riefen, h\u00e4tten geschwiegen, als &#8222;die 89-j\u00e4hrige Ursula Haverbeck ins Gef\u00e4ngnis ging.&#8220; Haverbeck ist eine mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin.<\/p>\n<p>Das Twitterkonto legt auch Kontakte zu den Identit\u00e4ren nahe &#8211; etwa zum \u00f6sterreichischen IB-Chef Martin Sellner und zum IB- Podcast &#8222;Leuchtfeuer&#8220;. Mehrfach ist auch \u00fcber den G\u00f6rlitzer Mystiker B\u00f6hme zu lesen &#8211; Spezialgebiet von Dr. Claudia R.<\/p>\n<p>Das Twitterkonto, das seit Juli 2016 regelm\u00e4\u00dfig Beitr\u00e4ge publizierte, wurde w\u00e4hrend der Recherchen zu diesem Artikel in der vergangenen Woche pl\u00f6tzlich gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Ebenso darauf zu lesen war bis dahin, dass &#8222;@lore_waldvogel&#8220; auch Beitr\u00e4ge der rechtsradikalen Ein-Prozent-Bewegung, der NPD und des vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Ex-P\u00e4dagogen Nikolai Nerling abonniert hatte. F\u00fcr Nerlings inzwischen abgeschalteten YouTube-Kanal &#8222;Der Volkslehrer&#8220; hatte Chrupalla sich im Juni 2018 interviewen lassen.<\/p>\n<p>Der Anwalt des Abgeordneten teilt mit, dass Chrupalla keine Kenntnisse &#8222;wie etwa zu einem angeblichen Kontakt zur sogenannten Identit\u00e4ren Bewegung&#8220; seiner B\u00fcroleiterin habe.<\/p>\n<p>In der AfD gibt es schon lange Streit um den Umgang mit den Identit\u00e4ren. Obwohl sie auf der Unvereinbarkeitsliste stehen, sympathisieren insbesondere Anh\u00e4nger des Fl\u00fcgels um Bj\u00f6rn H\u00f6cke ganz offen mit den Rechtsextremisten, von denen es in Deutschland etwa 600 geben soll.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der Jungen Freiheit sagt Chrupalla im Interview, er sei zu wenig vertraut mit dem Fall der Identit\u00e4ren Bewegung und ihrer Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Solange man die Strukturen der Gruppe nicht genau kenne, k\u00f6nne man sich nicht daf\u00fcr einsetzen, weil &#8222;wir sonst zu Recht in Mithaftung genommen werden k\u00f6nnen.&#8220; Ob das auch f\u00fcr seine B\u00fcroleiterin gilt?<\/p>\n<p>Mitarbeit: Ulrich Wolf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00e4chsische Zeitung, Seite 3, 19.12.2019 Die Frau im Hintergrund Offiziell distanziert sich die AfD von der rechtsextremistischen Identit\u00e4ren Bewegung. Ausgerechnet eine enge Vertraute von Bundeschef Tino Chrupalla hat offenbar wenig Ber\u00fchrungs\u00e4ngste. Von Tobias Wolf und Maximilian Helm Frauen in M\u00e4nnerberufe zu dr\u00e4ngen, das sei Missbrauch, sagt sie. 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